Projekte

Sprache, Bildung und Arbeit sind Schlüssel zur Integration

Einblicke in die Vielfalt der von der arcas unterstützten Projekte

Impact Hub Zürich Association - Kickstart für Bildung und Lernen in der Schweiz

Die Erreichung der Ziele zur nachhaltigen Entwicklung (SDGs) hängt massgeblich von erfolgreichen Kooperationen zwischen unterschiedlichen Akteuren und Organisationen ab. Als hochentwickeltes, aber rohstoffarmes Land ist insbesondere Bildung & Lernen entscheidend für die Schweiz. Neue Lösungen und Innovationen im Bereich Bildung & Lernen scheitern aber häufig an starrren Strukturen innerhalb und zwischen den relavanten Institutionen und Organisationen.

Kooperationsprojekte (anstelle von reinem Dialog) zwischen Jungunternehmen und etablierten Organisationen und Institutionen können neue Lösungen im Bereich Bildung & Lernen hervorbringen und skalieren. Kickstart ist die Plattform dafür.

Kickstart begleitet wichtige Akteure im Bereich Bildung & Lernen (Unis/ETH, Bildungsdirektionen, Schulen, Lehrmittelverlage, Unternehmen, Stiftungen) dabei, konkrete Fragestellungen und Herausforderungen zu identifizieren, die in Zusammenarbeit mit Jungunternehmen bearbeitet werden können. Kickstart sucht dann Jungunternehmen weltweit, bringt diese für mehrere Wochen in die Schweiz und unterstützt alle Beteiligten in der Anfangsphase von konkreten, gemeinsamen Innovationsprojekten. Wichtig: Kickstart fördert keine Einzelpersonen, Firmen oder Organisationen, sondern verfolgt das Ziel, erfolgreiche Partnerschaften und Projekte im Bereich Bildung & Lernen zu lancieren und so ein offeneres "Ökosystem" zu schaffen.

Impact Hub Zürich

Gymnasium Unterstrass - ChagALL

ChagALL steht für "Chancengerechtigkeit durch Arbeit an der Lernlaufbahn". Das Programm wurde 2008 am Gymnasium Unterstrass in Zürich ins Leben gerufen, weil Jugendliche mit Migrationshintergrund in der Schweiz signifikant schlechtere Chancen haben, in weiterführenden Schulen aufgenommen zu werden.

Es bereitet jährlich bis zu 24 leistungswillige und leistungsfähige Migrant/innen aus unterprivilegierten Verhältnissen aus der 3. Sekundarklasse fachlich und persönlich auf eine Mittelschule ihrer Wahl vor (Gymnasium, Fachmittelschule, Berufsmittelschule).

Das Begleitprogramm ChagALL+ festigt den Verbleib in der Mittelschule nach bestandener Aufnahmeprüfung bis zur (Berufs-) Matur.

arcas unterstützt den Ausbau von ChagALL an weiteren Standorten.

ChagALL

Powercoders.org – Powercoders Zürich

Geflüchtete bringen nicht selten stark gefragte Kompetenzen und Talente mit sich. Eine Integration über die Arbeit bringt gute Voraussetzungen für ein Gelingen mit, trotzdem finden Angebot und Nachfrage oft nicht zu einander: ein Mangel an formaler Qualifikation, nicht anerkannte Abschlüsse und administrative Hürden stehen im Weg — und oft investiert einfach niemand gezielt genug in Talente mit Fluchthintergrund.

Ein Bereich, in dem Angebot und Nachfrage effizient zusammengeführt werden können, ist das Programmieren. Hier sind Talente stark gefragt, hier lässt sich so oft auf Grundkenntnisse aufbauen, schliesslich handelt es sich um einen globalisierten Beruf, in dem Quereinsteiger und AutodidaktInnen an vielen Orten in der Mehrheit sind. Coding-Bootcamps vermitteln in hochkonzentrierter Form Grundwissen der Softwareentwicklung; auf der ganzen Welt sind solche Angebote hoch begehrt. Powercoders wendet die Idee auf Geflüchtete an: 3 Monate intensives Lernen, danach ein Praktikum in einer Schweizer Softwarefirma. Die erste Pilot-Durchführung in Bern war ein grosser Erfolg, 100% der TeilnehmerInnen konnten direkt in Praktika wechseln. 

arcas unterstützt Powercoders in Zürich, das mit den in Bern gemachten Erfahrungen, einem überarbeiteten didaktischen Konzept und einem starken Team in die nächste Runde geht.

Powercoders

Educa Swiss - Direkte Bildungsförderung für Menschen ohne ausreichende Stipendien

Schätzungsweise 10'000 motivierte Menschen pro Jahr sind bei der Umsetzung einer tertiären Ausbildung benachteiligt. Gründe dafür sind sozio-ökonomische und demographische Faktoren, grosse regionale Unterschiede und stagnierende Ausbildungsbeiträge bei stetig steigendem Bedarf. Besonders betroffen sind junge Menschen mit Migrationshintergrund, aus bildungsfernen oder kinderreichen Familien des unteren Mittelstands.

Hinzu kommen 26-35-jährige, die sich wegen der stetig anspruchsvolleren und rasch verändernden fachlichen Anforderungen, z.B. nach einer Berufsmittelschule, tertiär weiterbilden. Die Abbruchquote dieser Betroffenen ist bei vergleichbarer intellektueller Leistungsfähigkeit überdurchschnittlich hoch (bis zu 50%). Gründe sind neben finanziellen Problemen insbesondere fehlender sozialer/ermutigender Rückhalt sowie eine unzureichende Planung der beruflichen Perspektiven einer Ausbildung. Diese drei Faktoren werden durch EDUCA SWISS direkt addressiert.

Die Kombination von Coaching und privaten Bildungsdarlehen mobilisiert Ressourcen, stärkt die Eigenverantwortung und bindet die Geförderten in ein ermutigendes, aber auch verbindliches soziales Geflecht ein. Die professionelle ausgebildeten Coachs arbeiten im Ehrenamt, womit sie glaubwürdig für die Kandidaten einstehen und Vertrauenskapital aufbauen. Die privaten Darlehensgeber ermutigen durch die Übernahme des Projektrisikos und nicht selten auch als Mentoren. Die Geschäftsstelle schafft durch ihre Professionalität und Effizienz die Voraussetzung, dass dieses Modell nachhaltig und zu tragbaren Kosten betrieben werden kann. Ziel des Projekts Skalierung 2018-2020 ist es, EDUCA SWISS zu einer systemrelevanten Institution der Bildungsförderung zu etablieren.

Educa Swiss

Schtifti Foundation – Gorilla Programm

Laut aktuellen Studien leiden mehr als 30% der über 15-Jährigen in der Schweiz an Übergewicht. Dieses soziale Problem ist das Kernanliegen der Schtifti Foundation. Mit dem GORILLA Programm will die Schtifti Foundation Kinder und Jugendliche für einen gesunden Lebensstil begeistern, damit sie diesen auch in ihrem Erwachsenenleben fortführen.

Gerade Jugendliche mit Migrationshintergrund sind gemäss der Studie Sport Schweiz (2014) stärker von Übergewicht betroffen. Diese sind in der Regel schwerer für die Themen Bewegung und gesunde Ernährung zu begeistern. Mit den GORILLA Halbtagesworkshops im SkillsPark Winterthur sollen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund mit der jugendnahen und frischen Vermittlungsart von GORILLA abgeholt werden.

Gorilla

Kontaktstelle für Arbeitslose Basel - Schlemmergarten

Die Idee zum Projekt Schlemmergarten kam von Langzeitarbeitslosen: Armutsbetroffene organisieren sich in Gemeinschaftsgärten für den Anbau und die Herstellung gesunder Nahrungsmittel. Die Kontaktstelle für Arbeitslose in Basel bietet seit 2010 Infrastruktur und Begleitung für das Projekt.

Dank der behutsamen Förderung der Selbstorganisation, werden heute drei Gemeinschaftsgärten rege genutzt und vielfältig belebt. Rund 40 Frauen und 20 Männer im Alter von 35 bis 60 Jahren waren und sind aktiv. Dazu kommt ein grosser Kreis Interessierter, Besucher, und beratenden Sympathisantinnen. Die Aktiven sind Erwerbslose oder Armutsbetroffene, die Sozialhilfe oder IV beziehen, aber zum Teil auch gar keine Unterstützung erhalten, darunter einige psychisch beeinträchtigte Menschen. Etwa die Hälfte hat einen Migrationshintergrund. Im Garten entstehen nicht nur gesunde Lebensmittel, die sich die Aktiven sonst nicht leisten könnten. Der Garten ermöglicht den Beteiligten, oft seit Jahren marginalisierten Personen, ihre Kompetenzen einzubringen und sich als Teil einer Gemeinschaft zu erleben. Er ist so zugleich ein vielfältiger Lernort für soziale und fachliche Kompetenzen als auch ein Ort der Gesundung und Erholung. Die Gemeinschaftsgärten des „Schlemmergarten“ stehen für die kommenden Jahre vor der Herausforderung, für das Projekt eine nachhaltige Finanzierung zu finden.

Durch die Unterstützung der arcas wird die Stelle für die fachliche und psychosoziale Begleitung sowie für die Entwicklungsarbeit während 3 Jahren gesichert.

Schlemmergarten