Projekte

Sprache, Bildung und Arbeit sind Schlüssel zur Integration

Einblicke in die Vielfalt der von der arcas unterstützten Projekte

Powercoders.org – Powercoders Zürich

Geflüchtete bringen nicht selten stark gefragte Kompetenzen und Talente mit sich. Eine Integration über die Arbeit bringt gute Voraussetzungen für ein Gelingen mit, trotzdem finden Angebot und Nachfrage oft nicht zu einander: ein Mangel an formaler Qualifikation, nicht anerkannte Abschlüsse und administrative Hürden stehen im Weg — und oft investiert einfach niemand gezielt genug in Talente mit Fluchthintergrund.

Ein Bereich, in dem Angebot und Nachfrage effizient zusammengeführt werden können, ist das Programmieren. Hier sind Talente stark gefragt, hier lässt sich so oft auf Grundkenntnisse aufbauen, schliesslich handelt es sich um einen globalisierten Beruf, in dem Quereinsteiger und AutodidaktInnen an vielen Orten in der Mehrheit sind. Coding-Bootcamps vermitteln in hochkonzentrierter Form Grundwissen der Softwareentwicklung; auf der ganzen Welt sind solche Angebote hoch begehrt. Powercoders wendet die Idee auf Geflüchtete an: 3 Monate intensives Lernen, danach ein Praktikum in einer Schweizer Softwarefirma. Die erste Pilot-Durchführung in Bern war ein grosser Erfolg, 100% der TeilnehmerInnen konnten direkt in Praktika wechseln. 

arcas unterstützt Powercoders in Zürich, das mit den in Bern gemachten Erfahrungen, einem überarbeiteten didaktischen Konzept und einem starken Team in die nächste Runde geht.

Powercoders

Gymnasium Unterstrass - ChagALL

ChagALL steht für "Chancengerechtigkeit durch Arbeit an der Lernlaufbahn". Das Programm wurde 2008 am Gymnasium Unterstrass in Zürich ins Leben gerufen, weil Jugendliche mit Migrationshintergrund in der Schweiz signifikant schlechtere Chancen haben, in weiterführenden Schulen aufgenommen zu werden.

Es bereitet jährlich bis zu 24 leistungswillige und leistungsfähige Migrant/innen aus unterprivilegierten Verhältnissen aus der 3. Sekundarklasse fachlich und persönlich auf eine Mittelschule ihrer Wahl vor (Gymnasium, Fachmittelschule, Berufsmittelschule).

Das Begleitprogramm ChagALL+ festigt den Verbleib in der Mittelschule nach bestandener Aufnahmeprüfung bis zur (Berufs-) Matur.

arcas unterstützt den Ausbau von ChagALL an weiteren Standorten.

ChagALL

Fondation SapoCycle – Bubbles Saving Lives

SapoCycle sammelt angebrauchte Seifen aus Hotels ein, bereitet diese mit Hilfe eines sozialen Integrationsprogramms auf und stellt die rezyklierten Seifen Kindern und Familien in Not zur Verfügung, um damit einen Beitrag zur Verbesserung der Hygiene zu leisten. SapoCycle arbeitet auf drei Säulen: ökologisch und sozial in der Schweiz und humanitär in Ländern, wo Lösungen bezüglich Hygieneproblemen benötigt werden. 

Hotels müssen nach Abreise der Gäste die angebrauchten Seifen wegwerfen. SapoCycle schätzt, dass rund 130 Tonnen Seifenreste pro Jahr weggeworfen werden. Andererseits gibt es jedes Jahr mehr als 1,5 Millionen Kinder unter 5 Jahren, die an Krankheiten wegen mangelhafter Hygiene sterben (Durchfall und Lungeninfektionen). Um die gesammelten Seifen wiederaufzubereiten, arbeitet SapoCycle mit Schweizer Institutionen zusammen, welche behinderten Erwachsenen Arbeit geben. SapoCycle verteilt die wiederaufbereiteten Seifen durch NGOs, welche sich für die Hilfe von Familien und Kinder in schlechten Hygieneverhältnissen einsetzen.

arcas unterstützt SapoCycle bei der Schaffung weiterer Arbeitsplätze im Integrationsprogramm für die Seifenaufbearbeitung. 

SapoCycle ist eine nicht gewinnorientierte Stiftung unter dem Dach der Fondation des Fondateurs.

Bubbles Saving Lives

Schtifti Foundation – Gorilla Programm

Laut aktuellen Studien leiden mehr als 30% der über 15-Jährigen in der Schweiz an Übergewicht. Dieses soziale Problem ist das Kernanliegen der Schtifti Foundation. Mit dem GORILLA Programm will die Schtifti Foundation Kinder und Jugendliche für einen gesunden Lebensstil begeistern, damit sie diesen auch in ihrem Erwachsenenleben fortführen.

Gerade Jugendliche mit Migrationshintergrund sind gemäss der Studie Sport Schweiz (2014) stärker von Übergewicht betroffen. Diese sind in der Regel schwerer für die Themen Bewegung und gesunde Ernährung zu begeistern. Mit den GORILLA Halbtagesworkshops im SkillsPark Winterthur sollen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund mit der jugendnahen und frischen Vermittlungsart von GORILLA abgeholt werden.

Gorilla

SIKJM - Schenk mir eine Geschichte

Mit dem Angebot „Schenk mir eine Geschichte – Family Literacy" leistet das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM) seit 2006 Pionierarbeit im Bereich literaler Förderung für Familien mit Migrationshintergrund und damit einen Beitrag zur Chancengerechtigkeit für alle Kinder.

Eltern und Kinder im Vorschulalter besuchen regelmässig Geschichtenstunden in ihrer Herkunftssprache. Die Treffen werden von Bibliotheken, Integrationsvereinen, Schulen oder Gemeinden organisiert und finanziert. Kurse, Praxisbegleitungen und Austauschtreffen sorgen für die Qualität der Leseanimationen und die fachliche und persönliche Weiterentwicklung der Leseanimatorinnen.

Um das Angebot nachhaltig zu sichern und zu verankern, brauchen sowohl die Leseanimatorinnen als auch die Standortverantwortlichen in den nächsten Jahren weiterhin die fachliche Begleitung und Beratung des SIKJM. Die heutigen lokalen Projektträger leisten einen grossen Beitrag durch die Organisation und Finanzierung des Angebots vor Ort. Für die Pflege und fachliche Weiterentwicklung des schweizweiten Netzwerks „Schenk mir eine Geschichte“ ist weiterhin das SIKJM zuständig. Diesen Auf- und Ausbau des Projekts unterstützt die arcas.

Schenk mir eine Geschichte

Kontaktstelle für Arbeitslose Basel - Schlemmergarten

Die Idee zum Projekt Schlemmergarten kam von Langzeitarbeitslosen: Armutsbetroffene organisieren sich in Gemeinschaftsgärten für den Anbau und die Herstellung gesunder Nahrungsmittel. Die Kontaktstelle für Arbeitslose in Basel bietet seit 2010 Infrastruktur und Begleitung für das Projekt.

Dank der behutsamen Förderung der Selbstorganisation, werden heute drei Gemeinschaftsgärten rege genutzt und vielfältig belebt. Rund 40 Frauen und 20 Männer im Alter von 35 bis 60 Jahren waren und sind aktiv. Dazu kommt ein grosser Kreis Interessierter, Besucher, und beratenden Sympathisantinnen. Die Aktiven sind Erwerbslose oder Armutsbetroffene, die Sozialhilfe oder IV beziehen, aber zum Teil auch gar keine Unterstützung erhalten, darunter einige psychisch beeinträchtigte Menschen. Etwa die Hälfte hat einen Migrationshintergrund. Im Garten entstehen nicht nur gesunde Lebensmittel, die sich die Aktiven sonst nicht leisten könnten. Der Garten ermöglicht den Beteiligten, oft seit Jahren marginalisierten Personen, ihre Kompetenzen einzubringen und sich als Teil einer Gemeinschaft zu erleben. Er ist so zugleich ein vielfältiger Lernort für soziale und fachliche Kompetenzen als auch ein Ort der Gesundung und Erholung. Die Gemeinschaftsgärten des „Schlemmergarten“ stehen für die kommenden Jahre vor der Herausforderung, für das Projekt eine nachhaltige Finanzierung zu finden.

Durch die Unterstützung der arcas wird die Stelle für die fachliche und psychosoziale Begleitung sowie für die Entwicklungsarbeit während 3 Jahren gesichert.

Schlemmergarten